Vormittags sammeln sich die Teilnehmer in ihren vielfarbigen Kostümen auf dem Saumarkt im Fischerviertel. Dort führen das Narrenpaar nebst Bauer und Bauerin - die Dame wird von einem Mann gemimt - zum ersten Mal ihren Tanz auf, der dem Fastnachtsbrauchtum der frühen Neuzeit entstammen dürfte. Die Musik besteht ausschließlich in Trommelbegleitung; die schlichte Handlung des Tanzes bestätigt die frühere städtische Arroganz gegenüber den Landbewohnern: Die raffinierten, urbanen Narren spannen dem Bauern seine Bäuerin aus, was den, als er es endlich merkt, stark erregt.
Jüngeren Datums, von 1950, ist das Menuett, das von speerbewehrten Fischern im roten Festrock und von Fischermädchen in ihrer Tracht nach einer traditionellen Ulmer Weise getanzt wird.
Voraus reiten Ulmische Freireiter in blauen Uniformen aus dem Jahr 1693. Imposant sind die paukenden und trompetenden Ulmischen Gensd'armes hoch zu Roß in ihren roten Röcken aus dem Jahr 1745. Die Blaskapellen tragen die blauen Uniformen der Ulmer Stadtsoldaten, das Outfit stammt aus der Zeit um 1770/1780. Die Tambours, die vormittags die Narrentänze und nachmittags das Stechen begleiten, sind in die Monturen der Ulmischen Stuck-Kompanie (um 1740) gewandet.
Zu den traditionellen Bestandteilen des Umzugs, der ursprünglich dem Sammeln von Gaben diente, gehören die eigens dazu hergerichteten Gabenspeere. Sie sind oben mit Haken versehen, damit die Bewohner der am Wege liegenden Häuser auch von den oberen Stockwerken aus Geschenke an die Speere hängen können.
Im Zug marschieren weitere Mitglieder der Fischerzunft bzw. ihrer leiblichen Nachfahren mit, die im Schifferverein zusammengeschlossen sind. Dem barock gewandeten Zunftmeister folgt die Zunft in ihrer Vielfalt: Fischermädchen ("Kirchweihjungfern"), Jungfischer, Kindergruppe und, als krönender Abschluß, die Fischerfrauen.
Von denen darf eine Auswahl auf dem mit Pferden gezogenen "Prunkschiff" mitfahren. Bei diesem Umzug geht es ebensowenig trocken zu wie nachmittags beim Stechen, nur daß die Befeuchtung innerlich erfolgt. Doch das steigert den Mut fur das nachmittägliche Turnier und erwärmt das Blut für den Sturz in die auch im Sommer etwas kühle Donau.